AMD beteiligt sich an Anthropic und sichert sich einen 2-Gigawatt-Kunden
KI-generiert mit ChatGPT
AMD beteiligt sich mit bis zu fünf Milliarden US-Dollar an Anthropic. Im Gegenzug will das KI-Unternehmen Rechenzentren mit bis zu 2 Gigawatt Leistung auf Basis von AMDs Instinct-MI450-GPUs aufbauen. Für AMD ist Anthropic bereits der dritte Gigawatt-Kunde innerhalb von neun Monaten.
Was die beiden Unternehmen vereinbart haben
AMD und Anthropic kündigten die strategische Partnerschaft am 22. Juli 2026 an. Anthropic setzt bis zu 2 Gigawatt an Instinct-MI450-GPUs in AMD-Helios-Systemen ein. Gigawatt ist hier eine übliche Kennzahl für die elektrische Anschlussleistung von KI-Rechenzentren. Der Ausbau des ersten Gigawatts beginnt laut AMD in der ersten Hälfte 2027.
Helios ist die Rack-Plattform von AMD. Diese kombiniert Instinct-MI455X-GPUs aus der MI450-Serie mit EPYC-Venice-Prozessoren, Pensando-Netzwerktechnik und ROCm-Software. Der Einsatz baut auf der bereits laufenden Nutzung älterer Instinct-MI355X-Chips bei Anthropic auf.
Claude läuft ohnehin auf Hardware mehrerer Anbieter. Laut CRN stützt sich Anthropic auf rund sechs Silizium-Quellen. Dazu zählen Trainium-Chips von AWS sowie eine Multi-Gigawatt-Vereinbarung mit Google und Broadcom vom April 2026. Im Mai sicherte sich Anthropic mit 220.000 NVIDIA-GPUs im Rechenzentrum Colossus 1 weitere Kapazität.
Dazu kommt eine mehrjährige Zusammenarbeit im Engineering. Claude optimiert künftig Arbeitslasten für Instinct-GPUs und beschleunigt die Entwicklung von ROCm. ROCm ist die Softwareschicht, mit der Forscher AMD-Hardware programmieren. Laut CRN verliert AMD genau wegen dieser Schicht regelmäßig Kunden an das CUDA-Ökosystem von NVIDIA. AMD setzt Claude zudem breit in der Technik- und Produktentwicklung ein.
Wann bekommt Antrophic tatsächlich Geld?
Die Formulierung „bis zu” ist wichtig und gehört zum Kern der Meldung. AMD hat laut Pressemitteilung eine strategische Beteiligung von bis zu fünf Milliarden US-Dollar „in der Zukunft” zugesagt. Laut CRN wird das Kapital nicht auf einmal ausgezahlt, sondern jeweils nach dem Erreichen festgelegter Ausbau-Meilensteine freigegeben.
Anthropic sammelt seit Monaten Kapital von Infrastruktur-Partnern ein. Am 20. April 2026 stellte Amazon bis zu 25 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Der Versandriese sagte zunächst fünf Milliarden US-Dollar mit sofortiger Wirkung zu. Bis zu 20 Milliarden weitere sind an kommerzielle Meilensteine geknüpft. Dabei handelt es sich um Eigenkapital. Die mehr als 100 Milliarden US-Dollar für AWS sind dagegen eine Abnahmeverpflichtung von Anthropic über zehn Jahre.
Auffällig ist ein Unterschied zu früheren Abmachungen. AMD räumte OpenAI im Oktober 2025 und Meta im Februar 2026 jeweils ein Bezugsrecht ein. Dieses umfasst bis zu 160 Millionen Aktien zu einem Cent pro Stück. Gebunden sind die Rechte an Abnahme- und Leistungsziele. Zusammen entspricht das rund einem Fünftel des Unternehmens. Bei Anthropic fließt das Geld in die andere Richtung. AMD wird zum Anteilseigner, statt eigene Anteile zu verwässern.
Laut dem Jefferies-Analysten Blayne Curtis wiegen die Konditionen schwerer als der Abschluss selbst. Curtis führt für die AMD-Aktie ein Kursziel von 615 US-Dollar. Solche Kursziele sind Einschätzungen einzelner Analysten. ClawNews gibt keine Anlageempfehlungen.
Die Relation bleibt trotzdem deutlich. Laut Futurum-Schätzungen hält NVIDIA über 95 % des Rechenzentrums-GPU-Markts, AMD kommt auf etwa 4,5 %. Die Helios-Plattform wird bislang nicht in großen Stückzahlen ausgeliefert. Zudem steht Anthropic in der Lieferreihenfolge hinter OpenAI, Oracle, Microsoft und Meta. Speicher- und Packaging-Kapazitäten sind bis 2027 vergeben. Auch Google positioniert eigene TPUs gegen NVIDIA.
Der Bedarf an Rechenkapazität wächst mit der Nachfrage nach Claude. Erst kürzlich senkte Anthropic mit Claude Opus 4.8 den Fast-Mode-Preis und verbesserte die Coding-Leistung.
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