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Amazon investiert weitere 25 Milliarden US-Dollar in Anthropic

Stephan Skrobisch 27. April 2026 3 Min.

Amazon investiert bis zu 25 Milliarden US-Dollar in Anthropic. Im Gegenzug sagt das KI-Unternehmen zu, in den kommenden zehn Jahren mehr als 100 Milliarden US-Dollar für Amazons Cloud-Dienst AWS auszugeben. Die erweiterte Partnerschaft sichert Anthropic bis zu 5 Gigawatt neue Rechenkapazität.

Wie ist das Investment strukturiert?

Die Kommunikation war zunächst widersprüchlich. CNBC machte jedoch präzise Angaben. Amazon zahlt zunächst 5 Milliarden US-Dollar. Bis zu 20 weitere Milliarden US-Dollar sollen folgen. Diese sind jedoch an kommerzielle Meilensteine gekoppelt.

Seit 2023 hatte Amazon bereits 8 Milliarden US-Dollar in Anthropic investiert. Mit der neuen Runde wächst das Gesamtengagement auf bis zu 33 Milliarden US-Dollar.

Laut CNBC erfolgt die Erstinvestition zu einer Bewertung von 380 Milliarden US-Dollar. Diese Zahl steht im Kontrast zum Bewertungs-Höhenflug von 852 Milliarden US-Dollar, den ältere Berichte nannten. Höhere Bewertungen liegen Anthropic laut CNBC bereits vor, wurden bislang aber nicht angenommen.

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Was bekommt Amazon dafür?

Anthropic bindet seine Compute-Last langfristig an AWS. Die Vereinbarung umfasst bis zu 5 Gigawatt neue Rechenkapazität für das Training und den Betrieb von Claude. Sie baut auf dem bestehenden Project Rainier auf, einem der weltweit größten Rechen-Cluster mit aktuell mehr als einer Million Trainium2-Chips. Bis Ende 2026 sollen knapp 1 Gigawatt der Trainium2- und Trainium3-Chips online sein. Anthropic sichert sich zusätzlich die Option auf künftige Generationen der Amazon-Chips bis Trainium4.

Der Hebel liegt nicht nur bei der Investitionssumme. Amazon-CEO Andy Jassy betont laut CNBC die Bedeutung des Trainium-Geschäfts. AWS verkauft eigene Chips an einen seiner größten KI-Kunden.

Anthropic-CEO Dario Amodei beschreibt die Lage anders. Die Nachfrage übersteigt die verfügbare Infrastruktur. Die Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit habe bei manchen Tarifen besonders zu Spitzenzeiten gelitten. Der Deal soll diese Engpässe reduzieren.

Wie ordnet sich der Deal ein?

Der Vertrag folgt einem Branchentrend. Cloud-Anbieter investieren in KI-Firmen, die das Geld direkt in Rechenleistung pumpen. Kritiker sprechen von sogenannten zirkulären Deals.

Ähnliche Strukturen gibt es bei der Konkurenz. Microsoft investierte im November 2025 bis zu 5 Milliarden US-Dollar in Anthropic. Im Gegenzug fließen 30 Milliarden US-Dollar an Azure-Compute zurück. OpenAI erhielt im Februar 2026 bis zu 50 Milliarden US-Dollar von Amazon. Das Muster ähnelt der Stargate-Übernahme in Norwegen durch Microsoft.

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