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86-DOS wird Open Source: Microsoft veröffentlicht historischen DOS-Code unter MIT-Lizenz

Stephan Skrobisch 25. Mai 2026 3 Min.

Microsoft hat jetzt den historischen Quellcode aus der Frühphase von DOS unter der MIT-Lizenz releast. Anlass war der 45. Jahrestag des Betriebssystems 86-DOS 1.00. Dabei handelt es sich um den direkten Vorgänger von MS-DOS. Veröffentlicht wurde das Material im GitHub-Repository DOS-History/Paterson-Listings, das von einem externen Historiker-Team gepflegt wird.

Die Ankündigung im Microsoft Open Source Blog stammt von Stacey Haffner und Scott Hanselman. Das Repository enthält den Kernel von 86-DOS 1.00, mehrere Entwicklungs-Snapshots des PC-DOS-1.00-Kernels und bekannte Utilities wie CHKDSK. Es liegt sogar der Assembler bei, mit dem Tim Paterson das Betriebssystem damals schrieb.

Software-Archäologie aus dem Karton

Die Geschichte hinter der Veröffentlichung ist ungewöhnlich. Paterson hatte den Code nie als sauberes Archiv aufbewahrt. Übrig waren physische Assembler-Ausdrucke auf Endlos-Druckerpapier. Diese Stapel stammen aus dem Jahr 1981. Ein Team um Yufeng Gao und Rich Cini hat besagten Stapel gefunden. Anschließend wurde der Code eingescannt und wieder in eine kompilierbare Form gebracht. Das Ergebnis ist kein bloßer Annäherungswert. Microsoft-VP Scott Hanselman betont, der transkribierte Code rekompiliert „byte for byte“ zu den Original-Binärdateien. Die Originalausdrucke landen als Dauerleihgabe von Tim Paterson im Interim Computer Museum.

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Was 86-DOS für Microsoft bedeutet

86-DOS war ursprünglich ein Produkt von Seattle Computer Products. Geschrieben hat es Paterson unter dem Arbeitstitel QDOS für „Quick and Dirty Operating System“. Microsoft kaufte 1981 die Rechte am System. PC-DOS 1.0 ging an IBM, MS-DOS verkaufte Microsoft an andere PC-Hersteller. Aus diesem Deal entstand das Betriebssystem-Geschäft, das Microsoft groß machte.

Die Veröffentlichung historischer Code-Bestände gehört inzwischen zur Routine. 2018 releaste das Unternehmen MS-DOS 1.25 und 2.11, 2024 MS-DOS 4.0, im September 2025 dann den Quellcode des Microsoft 6502 BASIC. Für moderne Software hat die Codebasis wenig praktischen Nutzen. Aber das Material schließt eine Lücke in der Computergeschichte.

Bei aktuellen KI-Modellen bleibt Microsoft proprietär, wie bei den drei hauseigenen Modellen für Sprache und Bild. In der quelloffenen KI-Welt tritt der Konzern dagegen als offizieller OpenClaw-Sponsor über seine GitHub-Tochter auf.

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