400 Zeitungen verklagen OpenAI und Microsoft
KI-generiert mit ChatGPT
Diverse Verlage, die zusammen fast 400 US-Zeitungen betreiben, haben OpenAI und Microsoft verklagt. Die Tech-Unternehmen sollen ohne Erlaubnis und ohne Vergütung zahlreiche Artikel kopiert haben, um ChatGPT sowie Microsoft Copilot zu bauen. Nach Angaben der Kläger ist es die bislang größte gemeinsame Initiative von Lokalzeitungen gegen KI-Unternehmen.
Wer klagt, und worum geht es?
Die Klage ging am 24. Juni 2026 beim Bundesgericht in Manhattan ein, dem Southern District of New York. Angeführt wird sie vom Long-Island-Verlag Richner Communications. Vertreten werden die Verlage von Matthew Platkin. Er war von 2022 bis 2026 Generalstaatsanwalt von New Jersey. Dem Bündnis gehören unter anderem preisgekrönte Lokalzeitungen wie die Riverdale Press und der Concord Monitor an.
Die 55-seitige Klageschrift erhebt drei Vorwürfe. Die Verlage werfen den Unternehmen direkte und mittelbare Urheberrechtsverletzung vor. Hinzu kommt das Entfernen von Urheberrechtshinweisen durch OpenAI. Dazu zählen Autorenangaben sowie Nutzungsbedingungen, geschützt durch den Digital Millennium Copyright Act.
Die Kläger verlangen Schadensersatz und ein Verbot der weiteren Nutzung ihrer Inhalte. Diese Inhalte hätten sie über Jahre hinweg bewusst geschützt, teils auch hinter Bezahlschranken. Microsoft sehen sie als zentralen Partner in nahezu jedem Bereich des OpenAI-Geschäfts. Dafür verweisen sie unter anderem auf die erste Investition von einer Milliarde US-Dollar, mit der Microsoft 2019 bei OpenAI einstieg.
OpenAI und Microsoft
Der zentrale Vorwurf lautet, dass OpenAI und Microsoft geschützte Inhalte systematisch und heimlich durchsucht hätten. Die Unternehmen hätten die Webseiten der Verlage abgegrast und Artikel auf eigene Server kopiert. KI-Labs nutzen geschützte Werke als Trainingsmaterial. Besagte Logik haben wir im Project Panama beschrieben, das zeigt, wie KI-Firmen Bücher zu Rohstoffen wandeln.
OpenAI weist die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher erklärt, die Modelle würden mit öffentlich verfügbaren Daten trainiert und seien durch das Prinzip der fairen Nutzung gedeckt. Microsoft äußerte sich zunächst nicht.
Der Fall reiht sich in eine Welle von Klagen gegen KI-Anbieter ein. Erst in diesem Jahr verklagten die Nachschlagewerke Encyclopedia Britannica und Merriam-Webster ebenfalls OpenAI. Beobachter erwarten eine Zusammenführung mit den bestehenden Urheberrechtsverfahren am Southern District of New York.
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