38,5 Milliarden Verlust bei OpenAI: Was wirklich hinter der Zahl steckt
KI-generiert mit ChatGPT
Der Journalist Ed Zitron hat geprüfte Finanzunterlagen von OpenAI veröffentlicht. Sie weisen für 2025 einen Nettoverlust von 38,53 Milliarden US-Dollar aus. Die Financial Times hat die Dokumente nach eigenen Angaben unabhängig verifiziert. Die Zahl stimmt. Entscheidend ist aber, wie sie zustande kommt.
- Was die geprüften Zahlen zeigen
- Was hinter den 38,5 Milliarden US-Dollar wirklich steckt
- Was operativ wirklich Geld kostet
- Was das für den Börsengang bedeutet
- Häufige Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen operativem Verlust und Nettoverlust bei OpenAI?
- Warum zahlt OpenAI so viel Geld an Microsoft?
- Wann plant OpenAI den Börsengang?
Was die geprüften Zahlen zeigen
Acht Tage nach OpenAIs vertraulichem IPO-Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC wurden die Unterlagen öffentlich. Dies sind die ersten unabhängig bestätigten Einblicke in die geprüften Bücher des Unternehmens. Der Umsatz stieg 2025 von 3,7 auf 13,07 Milliarden US-Dollar.
Den Einnahmen standen Gesamtkosten von rund 34 Milliarden US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein operativer Verlust von 20,92 Milliarden US-Dollar. Im Jahr davor lag dieser Wert bei 8,78 Milliarden. Genannte Zahl beschreibt das laufende Geschäft von OpenAI. Sie umfasst den Betrieb von ChatGPT, das Training der Modelle und die Vertriebskosten. Einen Kontext zu den Token-Kosten moderner Modelle liefert unsere Analyse zu GPT-5.4.
Was hinter den 38,5 Milliarden US-Dollar wirklich steckt
Der Sprung vom operativen Verlust zur Schlagzeilenzahl hat einen klaren Grund. 2025 vollzog OpenAI die Umwandlung von einer gemeinnützigen zu einer gewinnorientierten Gesellschaft. Diese Umwandlung löste eine Belastung von 41,55 Milliarden US-Dollar aus. Der Grund liegt in den Anpassungen am beizulegenden Zeitwert von wandelbaren Anteilen sowie Optionsverbindlichkeiten.
Besagte Belastung ist nicht zahlungswirksam. Es floss also kein Geld aus dem Unternehmen ab. Nach diesem Posten und kleineren Zins-Effekten ergibt sich ein Bruttoverlust von 60,35 Milliarden US-Dollar. Davon zog OpenAI 17,87 Milliarden US-Dollar für nicht beherrschende Anteile ab. Weitere 3,95 Milliarden US-Dollar entfielen auf Minderheitsanteile mit Rückkaufrecht. Übrig bleibt der OpenAI zurechenbare Nettoverlust von 38,53 Milliarden US-Dollar. Rund 30 Milliarden davon sind ein reiner Buchungseffekt, kein verbranntes Kapital. Dies ist ein anderer Ausgangspunkt als ein echtes Cash-Defizit. Den Vergleich zur Konkurrenz zieht unser Bericht zur Bewertung von Anthropic.
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