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35 Millionen für KI-Security: Elon Musks Lieblingshacker startet Pi

Stephan Skrobisch 18. Juni 2026 4 Min.

Das Security-Startup Pi hat am 10. Juni 2026 eine Series-A-Finanzierung über 25 Millionen US-Dollar bekannt gegeben. Angeführt wurde die Runde von Third Point Ventures. Zusammen mit einer früheren Seed-Finanzierung unter Beteiligung von Brightmind Partners hat Pi damit bislang rund 35 Millionen US-Dollar eingesammelt. Mitgründer ist Yoni Ramon, den Forbes als langjährigen Sicherheitsexperten aus dem Umfeld von Elon Musk beschreibt. Pi will mit dem Geld eine Plattform ausbauen, die KI-geschriebenen Code automatisch auf Sicherheitsprobleme prüft und härtet.

Die Finanzierung kommt in einer Phase, in der Unternehmen immer mehr Code von KI-Agenten schreiben lassen. Genau dort sieht Pi die Lücke. Wer Code in Minuten statt Tagen produziert, erzeugt auch Schwachstellen schneller, als klassische Sicherheitsteams sie schließen können.

Wer steckt hinter Pi?

Pi wurde 2025 gegründet. An der Spitze stehen CEO Guy Arazi und Chief Product Officer Yoni Ramon. Beide kommen aus der offensiven Sicherheitsforschung, dem Aufspüren und Ausnutzen von Schwachstellen.

Arazi war zuvor als Sicherheitsforscher bei Microsoft beschäftigt. Dort arbeitete er an Schutz- und Erkennungsfunktionen für Microsoft Defender, Azure und das Microsoft Security Response Center. Vor seiner Zeit bei Pi war er bei Palo Alto Networks Teil des Teams hinter XCloud.

Ramon war mehr als ein Jahrzehnt für die Sicherheit bei Tesla verantwortlich. Er betreute Sicherheitsprojekte für die Fahrzeuge und die Robotik-Programme des Konzerns in den USA, Europa und China. Dazu kommt Erfahrung im Systems Engineering bei SpaceX. Auch an der Übernahme von Twitter wirkte er mit, einem weiteren Projekt aus dem Umfeld von Elon Musk.

Auf diese Verbindung stützt sich auch die Schlagzeile. Forbes bezeichnet Ramon als einen von Musks Lieblingshackern. Forbes schreibt wörtlich: „one of Elon Musk’s favorite cybersecurity guys for over a decade“. Die Zuschreibung stammt von Forbes, nicht von Musk oder Ramon selbst.

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Was die Plattform können soll

Pi nennt sein Kernprodukt ein „security brain“, also das gesammelte Produktsicherheits-Gedächtnis einer Organisation. Die Idee dahinter lässt sich mit einem neuen Mitarbeiter vergleichen, der bereits alles gelesen hat. Jede Design-Vorlage, jede Zeile Code, die zugrunde liegende Cloud-Infrastruktur und die Diskussionen in Slack und Microsoft Teams, in denen Entwickler ihre Entscheidungen treffen.

Die Plattform arbeitet mit agentischer KI. Das sind KI-Systeme, die Aufgaben eigenständig und in mehreren Schritten erledigen, statt nur auf einzelne Eingaben zu antworten. Nach Angaben von Pi analysiert das System Quellcode, Cloud-Infrastruktur, interne Kommunikation und frühere Sicherheitsvorfälle. So soll es echte Schwachstellen von Fehlalarmen trennen und Korrekturen über den gesamten Entwicklungszyklus automatisieren.

Pi setzt den Schwerpunkt bewusst auf die Behebung, nicht auf das Finden. Das Aufspüren von Fehlern war laut Selbstdarstellung schon immer der einfache Teil. Schwerer ist die Korrektur. Sie muss einem gezielten Angreifer standhalten, darf bestehende Funktionen nicht beschädigen und muss dieselbe Schwäche an anderen Stellen erkennen.

Nach eigenen Angaben kann die Plattform die Zeit für die Bewertung von Schwachstellen um bis zu 80 % verkürzen. Diese Zahl stammt vom Unternehmen selbst und ist bislang nicht unabhängig überprüft.

Wer schon mit Pi arbeitet

Pi macht zu seinen Kunden nur vage Angaben. Genannt werden ein führendes KI-Labor, mehrere Cybersicherheitsfirmen, ein großes soziales Netzwerk sowie Unternehmen aus den Bereichen Reise und Versicherung. Namen nennt das Unternehmen nicht.

An der Finanzierung beteiligten sich neben den beiden Hauptinvestoren weitere prominente Namen. Dazu zählen George Kurtz, der CEO von CrowdStrike, sowie Yevgeny Dibrov und Nadir Izrael, die Mitgründer von Armis. Das Startup betreibt Büros in San Francisco und Tel Aviv und beschäftigt rund 23 Menschen.

Die Höhe der Runde ordnet sich in einen größeren Trend ein. Während das Risikokapital für Cybersicherheit insgesamt schwankt, fließt viel Geld gezielt in KI-gestützte Sicherheitswerkzeuge. Pi reiht sich damit in eine Gruppe von Firmen ein. Sie alle sehen im Absichern von KI-generiertem Code das nächste große Geschäftsfeld. Wie schnell dieser Markt entsteht, verdeutlicht der Vorstoß von 1Password und Okta in die Absicherung von KI-Agenten. Wie schwierig dieser Bereich werden kann, zeigt der Fall, bei dem ein KI-Agent in neun Sekunden eine Produktivdatenbank löschte.

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