19 Milliarden für Anthropic: Bitcoin-Miner TeraWulf verpachtet Rechenzentrum
KI-generiert mit ChatGPT
Der Bitcoin-Miner TeraWulf verpachtet ein Rechenzentrum in Kentucky für 20 Jahre an Anthropic. Der Vertrag soll über die Laufzeit rund 19 Milliarden US-Dollar Umsatz bringen. Nach der Ankündigung sprang die TeraWulf-Aktie zeitweise um 19 %. Zum Handelsschluss blieb ein Plus von etwa 4 %.
Der Standort ist der Campus Justified Data im Ort Hawesville. Dort entstehen laut TeraWulf rund 401 Megawatt Rechenkapazität, die in mehreren Phasen aufgebaut werden. Der erste Strom soll laut Unternehmensmitteilung in der zweiten Hälfte 2027 fließen. Der vollständige Ausbau ist für Anfang 2028 geplant. Ein einzelner Mieter mit langfristigem Vertrag verschafft dem Betreiber planbarere Einnahmen als das schwankende Mining-Geschäft.
Die vereinbarte Umsatzsumme übersteigt den gesamten Börsenwert des Unternehmens. TeraWulf kommt am Meldetag, dem 6. Juli 2026, auf einen Marktwert von etwa 12 Milliarden US-Dollar. Der Pachtvertrag verspricht also mehr künftigen Umsatz, als das gesamte Unternehmen aktuell wert ist. Dies zeigt, wie stark der Ausbau von KI-Infrastruktur die Geschäftsmodelle von Krypto-Unternehmen verändert. Wie knapp Rechenleistung inzwischen ist, zeigt auch der Kauf von Cursor durch SpaceX für 60 Milliarden.
TeraWulf begann als reiner Bitcoin-Miner und betrieb Hallen voller spezialisierter Rechner. Im vergangenen Jahr halbierten sich die Einnahmen aus dem Mining. Laut CoinDesk gerieten dadurch auch die Margen des Geschäfts unter Druck.
Wie mehrere Wettbewerber richtet das Unternehmen seine Kapazitäten nun auf KI-Rechenzentren aus. Das Bitcoin-Geschäft läuft dabei weiter, verliert aber an Gewicht. Der Bau solcher Anlagen stößt zudem an physische Grenzen, wie die Analyse zu KI-Rechenzentren ohne Wasser zeigt.
Zusätzlich verkauft TeraWulf seinen Mehrheitsanteil von 50,1 % am Abernathy Joint Venture in Texas. Der Erlös liegt bei rund 530 Millionen US-Dollar. Käufer ist eine Investorengruppe unter Führung des bisherigen Partners Fluidstack. Laut Unternehmensmitteilung fließt das Kapital in Infrastruktur, die sich vollständig im Besitz von TeraWulf befindet.
Der Deal folgt einem breiteren Trend. Bitcoin-Miner trennen sich von Coins sowie Infrastruktur, um an KI-Verträge zu kommen. Der Bitcoin-Kurs stand am Meldetag unter Druck und rutschte in Richtung 61.900 US-Dollar. Ob der KI-Boom die hohen Erwartungen erfüllen wird, ist umstritten, wie die Warnung des Big-Short-Investors Michael Burry zeigt.
Dieser Beitrag ordnet das Marktgeschehen ein und ist keine Anlageberatung. Kurs- und Marktwertangaben sind Momentaufnahmen vom 6. Juli 2026.
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