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1,3 Millionen Dollar in 30 Tagen: Steinbergers Token-Rechnung wirft Fragen auf

Stephan Skrobisch 27. Mai 2026 5 Min.

Peter Steinberger hat am Freitag, dem 15. Mai 2026, einen Screenshot seiner OpenAI-Rechnung auf X veröffentlicht. Die Zahl darauf: 1.305.088,81 US-Dollar für 603 Milliarden Token und 7,6 Millionen Requests in 30 Tagen. Bezahlt hat das nicht der Gründer von OpenClaw selbst, sondern sein Arbeitgeber OpenAI. Der Post löste eine Debatte darüber aus, was passiert, wenn die Kostenbremse in der KI-Entwicklung wegfällt.

Was steht auf der Rechnung?

Steinberger veröffentlichte einen Screenshot seines CodexBar-Dashboards. Das Tool zeigt, wie viele Token und Kosten beim Coden mit KI-Werkzeugen anfallen. Allein am Tag des Posts standen 19.985,84 US-Dollar und 206.000 Requests auf der Uhr. Das am stärksten genutzte Modell laut Dashboard: GPT-5.5 in der Version vom 23. April 2026.

Die Token landen nicht bei einem einzelnen Entwickler. Steinbergers Dreierteam betreibt rund 100 Codex-Instanzen in der Cloud. Diese Agenten prüfen Pull Requests und scannen Commits auf Sicherheitslücken. Sie deduplizieren GitHub-Issues, schreiben Bugfixes und überwachen Benchmarks.

Regressionen melden die Agenten in Discord. Manche hören sogar in Team-Meetings mit und öffnen Pull Requests für Features, die dort besprochen werden. Zusätzlich nutzt das Team Clawpatch.ai, Vercels Deepsec und Codex Security für Bug- und Sicherheitsanalysen.

Auf die Frage eines X-Nutzers, ob OpenAI ihm die Token in Rechnung stellt, antwortete Steinberger knapp mit „ofc not“. Die Kosten sind laut Steinberger „perks of OpenAI supporting OpenClaw“. Steinberger arbeitet seit Februar 2026 für OpenAI. Sein Wechsel zu dem KI-Konzern machte damals Schlagzeilen.

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Warum die 1,3 Millionen nicht die ganze Wahrheit sind

Steinberger selbst lieferte einen wichtigen Kontext nach. Die 1,3 Millionen US-Dollar spiegeln die Codex-Preise im sogenannten „Fast Mode“ wider. Dieser Modus verbraucht Credits deutlich schneller als die Standardausführung. Ohne Fast Mode wäre die API-Rechnung nach Steinbergers eigener Aussage um rund 70 % niedriger gewesen. Das entspräche etwa 300.000 US-Dollar im Monat. Auch das ist eine Hausnummer, aber eine andere Liga.

Tom’s Hardware rechnet vor: Ein Codex-Pro-Abo für 200 US-Dollar im Monat liefert ungefähr 5.000 bis 6.000 US-Dollar an API-äquivalentem Wert. Das gilt pro Abrechnungszeitraum. Steinbergers Verbrauch ohne Fast Mode entspräche damit rund 60 Codex-Pro-Abonnements. OpenAI selbst schätzt die Codex-Kosten pro Entwickler im Schnitt auf 100 bis 200 US-Dollar im Monat.

Der Sprung vom Schätzwert zur tatsächlichen Rechnung zeigt eines deutlich: Hier klafft eine Lücke zwischen Abo-Preisen und tatsächlichen Inferenz-Kosten. OpenAI hat Codex im April 2026 auf token-basierte Abrechnung umgestellt. Damit wurden die Subventionen für Power-User transparenter, aber auch unbeständiger.

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